Das Räuchermännchen


Wer der Erfinder des Räuchermannes eigentlich genau ist, wird wohl im Dunkel der Geschichte verborgen bleiben. Aber bereits Anfang des 19. Jahrhunderts haben im Erzgebirge die “Raacherkerzel”, also die Räucherkerzen, zum festen Bestandteil des Weihnachtsbrauchtums gehört. Unbekannt ist auch, wann zum ersten Mal das Weihrauch – Räuchern einer Figur anvertraut wurde. Ein Nürnberger Spielzeug-Katalog von 1813 zeigt bereits einen sitzenden Räuchermann.

Räuchermann

Zu Beginn des 19.Jahrhunderts erfasste das Pfeifeschmauchen eine breite, so auch die erzgebirgische Öffentlichkeit. Offenbar reizte dies die zahlreichen Spielzeugmacher zur Nachgestaltung. Der Schöpfer der ersten hohlgedrehten, rauchenden Holzfigur im Seiffener Raum soll der um 1850 in Heidelberg bei Seiffen lebende Ferdinand Frohs gewesen sein. Zunächst wurden als Räuchermänner traditionell gern beliebte Typen des Dorfes, wie der Essenkehrer, der Waldarbeiter, der Pilzsammler, der Bergmann, der Spielzeugmacher oder auch der Spielzeughändler dargestellt. In den letzen Jahrzehnten haben Formgestalter zeitgemäße, ausdrucksstarke Möglichkeiten gefunden, um Räucherfiguren auch unter manufakturellen bzw. industriellen Bedingungen fertigen zu können.

Als Fremdling hielt auch die Figur das Türken Einzug in das Räuchermannsortiment. Mit der orientalischen Figur war man offenbar nicht nur über die Weihnachtgeschichte vertraut geworden. Als türkischer Honig, Kaffee türkisch oder türkischer Tabak fand die orientalische Welt mehr und mehr Eingang in den Sprachgebrauch, so dass besonders die Form - und Farbenpracht der morgenländischen Kleidung angeregt haben dürfte, die attraktive Türkenfigur als Rauchmann zu gestalten. (Quelle: Erzgeb. Spielzeugmuseum Seiffen).

In diese Tradition der Darstellungen will sich nun auch der “Oscar” reihen. Die Neuentwicklung des komplett aus Birkenholz gestalteten Räuchermannes ist eine Referenz an die in unserer sächsischen Felsenheimat prägnanteste Baumart. Das allegorische Erinnern an die Felskletterei war ein weiterer Gestaltungshintergrund. Auch sieht man ganz klar: Er ist ein Sänger der Bergfinken - mit Leib und Seele.